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14 Verletzte bei Randale nach KSV-Spiel [12.12.09]

BenutzerBeitrag

17:07
13. Dezember 2009


admin

Admin

Beiträge 6348

 Nach dem Spiel des SV Darmstadt 98 gegen den KSV Hessen Kassel ist es am Samstag zu Fan-Ausschreitungen gekommen, bei denen 14 Menschen verletzt wurden. Das bestätigte soeben Klaus Lehmann von der Darmstädter Polizei.

Laut Lehmann stellte sich die Situation so dar: Nach Abpfiff versuchten zunächst Darmstädter Fans, das Spielfeld zu stürmen. Einigen von ihnen gelang es. Kasseler Fans fühlten sich daraufhin provoziert und wollten ihrerseits aufs Spielfeld. Auch von ihnen schafften das ein paar.

Die Polizei schritt ein, hielt beide Fangruppen getrennt voneinander und setzte dabei Pfefferspray und Schlagstock ein. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. Auch ein Polizist wurde verletzt.

Wie Fernsehaufnahmen beweisen, hat ein Darmstädter Fan nach dem Spiel einen Polizisten im Zuge der Ausschreitungen mit einer Trommel beschmissen. Der Polizist ging zu Boden.

In einer Stellungnahme griff der Fanverein Darmstadt 98 die Polizei hart an: Zwar se es richtig gewesen, die aneinander geratenen Fans zu trennen. "Das weitere Vorgehen der Einsatzkräfte müssen wir allerdings mit allerhöchster Deutlichkeit verurteilen", heißt es.

Anstatt zur weiteren Beruhigung der Lage beigetragen zu haben, wurde – obwohl die Gefahr bereits abgewendet war – "mit unmittelbaren Zwang gegen die vollkommen unbeteiligten Besucher des F-Blocks vorgegangen". Dadurch seien viele Unbeteiligte zu Schaden gekommen

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17:09
13. Dezember 2009


admin

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Beiträge 6348

Fanverein Darmstadt 98
Erbacher Str. 1
64283 Darmstadt
Fanverein-SVD@gmx.de

13.12.2009

Stellungnahme des Fanverein Darmstadt 98
Zum Polizeieinsatz nach dem Regionalligaspiel Darmstadt 98 – Hessen Kassel
am 12.12.2009 im Stadion am Böllenfalltor

Im Anschluss an das Hessenderby zwischen Darmstadt 98 und Hessen Kassel stürmten einige Anhänger der Lilien aus Unzufriedenheit über den für sie unglücklichen Spielverlauf auf das Spielfeld in Richtung Gästeblock. Dieses Verhalten dieser Fans verurteilen wir und wollen uns hiermit davon deutlich distanzieren. Folgerichtig wurden sie von Einsatzkräften der Polizei in Richtung und auf die Haupttribüne zurück getrieben.

Das weitere Vorgehen der Einsatzkräfte müssen wir allerdings mit allerhöchster Deutlichkeit verurteilen. Anstatt zur weiteren Beruhigung der Lage beizutragen, wurde nun – obwohl die Gefahr bereits abgewendet war – mit unmittelbaren Zwang gegen die vollkommen unbeteiligten Besucher des F-Blocks vorgegangen. Ohne die durch das HSOG  vorgeschriebene Androhung (insbesondere gegenüber einer Menschenmenge mit Unbeteiligten) wurde in das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit der F-Block-Besucher eingegriffen. Dies geschah durch den Einsatz von Waffen (Hiebwaffen sowie Reizstoffe, sprich Schlagstock und Pfefferspray) wie auch durch körperliche Gewalt (Faustschläge und Tritte durch die Einsatzkräfte).

Damit wurde eindeutig der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (§4, Satz 1,2 UZwG  ) verletzt. Beispielsweise wurde von mehreren noch auf der Laufbahn stehenden Einsatzkräften Pfefferspray in großen Mengen und mit weiter Streuung in die vorderen Reihen des F-Blocks gesprüht. Folglich wurde nicht gezielt vorgegangen, sondern die Allgemeinheit unverhältnismäßig beeinträchtigt. Zum Beweis hierfür reichen wir gerne ärztliche Gutachten sowie Fotos von vornehmlich weiblichen, betroffenen Personen nach. In der Folge wurde mit Waffen- und körperlicher Gewalt gegen Personen vorgegangen, die sich auf der Flucht aus dem F-Block befanden, diesen jedoch durch das hohe Personenaufkommen am Ausgang verständlicherweise nicht schneller verlassen konnten.
Durch den Einsatz dieser Mittel durch die Einsatzkräfte wurde eine große Anzahl unbeteiligter Menschen verletzt. Der – auch vorher schon zu erwartende – Schaden durch den Einsatz der Mittel stand somit eindeutig erkennbar in keinerlei Verhältnis zum beabsichtigten Erfolg der Maßnahme. Dieser stellt sich allein dadurch selbst in Frage, dass die Maßnahme selbst in keiner Weise nachvollziehbar ist.

Erst aus diesen Vorkommnissen heraus entwickelten sich Handlungen des Widerstands gegen die Einsatzkräfte, die – wie oben beschrieben – mit einem rechtswidrigen Angriff gegen die Besucher des F-Blockes vorgegangen waren, weshalb diese Handlungen eindeutig unter die durch den Gesetzgeber  definierte Notwehr fallen.

Wir bitten die Medien auf die Vorfälle rund um das o.g. Fußballspiel differenziert zu reagieren und ihrer Recherchepflicht auch gegenüber von Polizeiberichten gerecht zu werden.

Wir halten uns rechtliche Schritte gegen eingesetzte Polizeibeamte, sowie der Einsatzleitung vor.

Der Fanverein Darmstadt 98 e.V. versteht sich als Dachverband und Sprachrohr der Fans des SV Darmstadt 98. Der Fanverein Darmstadt 98 e.V. hat aktuell 220 Mitglieder. Weitere Informationen unter http://www.fanverein.de

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