Bielefelder Ordner tanzt im Rostock-Block
33 Festnahmen, einige tränende Augen und blaue Flecken – das ist die Bilanz, die die Bielefelder Polizei nach dem ersten Zweitligaspiel des DSC Arminia gegen Rostock gezogen hat. Wegen des erhöhten Sicherheitsrisikos waren die Beamten schon vor der Partie in Alarmbereitschaft.
Auffällig wurde zuerst eine 20 Personen starke Fangruppe aus Rostock, die mit dem Zug angereist war. Beamte der Bundespolizei hatten Kollegen in Bielefeld informiert, dass die Gruppe auf der Anreise im Bahnhof Lüneburg durch das Zünden von Pyrotechnik aufgefallen war. Die Beamten hatten außerdem Gespräche innerhalb der Gruppe mitgehört, in denen weitere Straftaten verabredet wurden. Deswegen wurden die 20 Personen, als sie in Bielefeld ankamen, in Gewahrsam genommen.
Kurze Zeit später flohen bei einer Routinekontrolle der Polizei vier szenebekannnte Randalierer aus einem Bus. Einer der vier hat bundesweit Stadionverbot. Die Flüchtigen kamen nicht weit und wurden ebenfalls festgenommen.
Sicherheitsdiest reagiert schnell
Während des Spieles kam es dann nach dem 2:0 für Arminia Bielefeld zu Tumulten im Rostocker Fanblock. Einige Fans versuchten, den Platz zu stürmen, konnten aber von den Ordnern zurückgehalten werden. Grund für die Tumulte war nach Angaben der Polizei, dass ein Ordner im Block nach dem Torerfolg tanzte und die Rostocker dies als Provokation auffassten. Ein szenekundiger Polizeibeamter, der die Gästefans beruhigen wollte, wurde durch den Zaun hindurch angegriffen. Der Beamte setzte daraufhin Pfefferspray ein.
"Unser Sicherheitspartner Germania hat daraufhin umgehend reagiert und den besagten Ordner aus dem Fanblock abgezogen. Im Gästeblock müssen sich die Ordner neutral verhalten. Das war sicherlich nicht in Ordnung", nahm Arminias Pressesprecher Marcus Uhlig Stellung zu dem Vorfall.
Kurz danach kam es zwischen Rostocker Fans und Mitarbeitern des Ordnungsdienstes erneut zu Rangeleien, nachdem diese laut Polizei ein Banner der Rostocker Suptras entfernen wollten. Ein Ordner wurde geschlagen und am Boden liegend getreten. Er musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der Täter wurde durch Ordner an Einsatzkräfte übergeben, angezeigt und festgenommen.
"Zum einen war die Zaunfahne nicht genehmigt und zum anderen ist sie so platziert worden, dass für die Rostocker Fans die Sicht stark beeinträchtigt war. Unsere Ordner haben versucht deeskalierend zu agieren, indem sie diese Zaunfahne etwas tiefer hängen wollten", korrigiert Uhlig im Einvernehmen mit der Polizei deren ursprüngliche Darstellung des Vorfalls.
Bielefelder Fans wurden während der Spielphase nicht auffällig. Sie feierten den Sieg ihrer Mannschaft und verließen ohne Störungen das Stadion.
Die im Vorfeld festgenommenen Rostocker wurden mit Gefangenentransportwagen zum Bus und zu den Zügen gebracht. Sie verließen Bielefeld unter Begleitung von Beamten der Bundespolizei.
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