DFB ermittelt gegen Dynamo
Beim Test gegen Rapid Wien knallen einige Fans durch. Jetzt droht ein Geisterspiel.
Peter Pacult war begeistert. „Mit diesem wunderschönen Stadion ist der Stadt und dem Verein etwas Großartiges gelungen“, meinte der frühere Dynamo-Trainer bei seiner Rückkehr nach Dresden mit Rapid Wien. Nach dem 4:2-Sieg lobte er die tolle Atmosphäre und blendete die negativen Eindrücke schmunzelnd aus: „Das andere ist wurscht.“
Das wird der Deutsche Fußball-Bund anders sehen. Zu Beginn hatten Dynamo-Anhänger im K-Block mehrere Nebeltöpfe und bengalische Feuer abgebrannt, ab der 75.Minute ließen es die 300 Fans aus Wien krachen. Polizei und Ordner mussten eingreifen. Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin unterbrach die Partie kurzzeitig.
„Es wird eine Reaktion vonseiten des DFB geben“, sagte Dynamos Geschäftsführer Stefan Bohne sichtlich enttäuscht: „Wir haben einen großen Aufwand betrieben, um unseren Fans mit Rapid Wien einen attraktiven Gegner zu präsentieren. Von einigen haben wir die Quittung dafür erhalten.“ Es gebe belastbare Videos und Fotos, um die Randalierer ausfindig zu machen. Wie diese große Anzahl Feuerwerkskörper ins Stadion gelangen konnte, müsse ermittelt werden. „Das kommt nicht alles durch die Kontrollen“, erklärte Bohne. Wenn die Pyrotechnik vorher in der Arena deponiert wurde, wirft das die Frage auf, wer im Vorfeld zugangsberechtigt ist.
Gäste protestieren gegen Gesetz
Die Gäste aus Wien missbrauchten das Spiel in Dresden, um gegen ein neues Gesetz zu protestieren. Erst seit Jahresbeginn sind Feuerwerkskörper und andere pyrotechnische Gegenstände auch in Österreichs Fußballstadien verboten. Bei Verstößen drohen jetzt wie in Deutschland empfindliche Geldstrafen. Dynamo wurden in dieser Saison bereits 8500 Euro aufgebrummt. Im jüngsten Sportgerichtsurteil hatte der DFB Dynamo im Falle weiterer Vergehen eine Platzsperre oder den Ausschlusses der Öffentlichkeit bei einem Heimspiel angedroht.
Anhänger im von den „Ultras Dynamo“ dominierten K-Block sorgten zudem mit einem Plakat für ein Politikum. Sie erklärten sich solidarisch mit der Gruppierung „Hooligans Elbflorenz“, die unter dem Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung steht. Sie wird mit Überfällen auf Dresdner Dönerläden während der Fußball-EM 2008 in Verbindung gebracht. „Dieses Plakat war nicht genehmigt“, sagte Bohne.
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