Nach Zwischenfällen in Dresden prüft der DFB mögliche Strafen gegen beide Klubs.
Sportlich war Eintrachts Gastspiel in Dresden am Samstag (1:1) mit dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Benjamin Cortus beendet. Für ein Nachspiel dürften indes die Zwischenfälle auf den Tribünen im Rudolf-Harbig-Stadion sorgen. Was genau sich dort abgespielt hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Unstrittig scheint, dass nach verbaler Provokation durch einige Dynamo-Fans in der ersten Spielhälfte Gegenstände aus dem Braunschweiger Block in Richtung der Dresdner Anhänger geworfen wurden. Diese hatten zuvor zwei Knallkörper in den Braunschweiger Strafraum geworfen. In der Halbzeit-Pause ging die Polizei mit Hilfe von Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Braunschweiger Anhänger vor, um die Personalien der mutmaßlichen Übeltäter festzustellen.
"Die Becherwürfe sind natürlich inakzeptabel. Aber die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes hat nicht gepasst", kritisiert Karsten König vom Fanprojekt Braunschweig. Es habe zwar lautstarke Proteste gegen die Festnahmen gegeben, "aber keinen aktiven Widerstand". Deshalb sei es auch nicht nachvollziehbar, dass ein 16-jähriges Mädchen durch, wie es aus Fankreisen heißt, den Einsatz eines Schlagstockes einen Armbruch erlitten habe. Die Pressestelle der Dresdner Polizei wollte das gestern gegenüber unserer Zeitung nicht bestätigen: Da der Einsatzleiter den ganzen Tag über nicht zu erreichen gewesen sei, zitierte man lediglich aus dem Einsatzbericht. Demnach seien von sieben Eintracht-Fans die Personalien aufgenommen und in zwei Fällen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet worden.
Eintrachts Fan-Beauftragter Jan Marek bemängelt, dass es im Dresdner Stadion zwischen den rivalisierenden Fanlagern keine Netze gibt, um die Anhänger vor Wurfgeschossen zu schützen. "Wenn sich daran nichts ändert, war das garantiert nicht der letzte Zwischenfall dieser Art."
Beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt wollte man gestern noch keine Stellung zu den Zwischenfällen nehmen. Zunächst würden die Berichte des Schiedsrichters und des Sicherheitsbeobachters abgewartet, sagte ein Sprecher. Anschließend würden die beiden Vereine zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert, ehe der Kontrollausschuss seine Ermittlungen aufnimmt. Von einer möglichen Strafe könnte auch Eintracht betroffen sein. "Schließlich muss auch der Gastverein in die Verantwortung genommen werden", so der DFB-Sprecher.
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