Ein Bus mit Ultra-Fans des FC Bayern München ist am Wochenende an der Raststätte in Feucht attackiert worden. Unter anderem schlugen Unbekannte die Windschutzscheibe ein. Auch von einer Verfolgungsjagd ist die Rede.
Wie die NN erfuhr soll am vergangenen Samstag auf der Heimfahrt vom Auswärtsspiel des FC Bayern München gegen Hoffenheim der Bus der Ultra-Fangruppe Schickeria angegriffen worden sein. Der Vorfall wurde allerdings erst am Montag vom Chef des Busunternehmens zur Anzeige gebracht.
Laut Busunternehmer war der Fahrer gegen 23 Uhr gerade im Begriff, in der Nähe der LKW-Stellplätze an der Raststätte eine kurze Pause einzulegen, als hinter einer Böschung mehrere Leute hervorgerannt kamen und den Bus angriffen.
Mit Eisenkugel beworfen
Die Unbekannten hätten sich an die Rückspiegel gehängt und die Windschutzscheibe mit einer Eisenkugel an einer Kette beworfen, so der Busunternehmer aus Wassertrüdingen. Außerdem wurde das Fahrzeug mit Leuchtraketen beschossen. Sein Fahrer habe daraufhin Gas gegeben und sei wieder auf die Autobahn gefahren. Der Bus brachte die Fans nach Ingolstadt und München. Ein weiterer Bus, der zur gleichen Zeit die Raststätte angefahren hatte, blieb unbehelligt.
Früher brutale Auseinandersetzung
Die 50 bis 60 Fans im Bus sollen nicht verletzt worden sein. Wer den Bus überfallen hat ist noch unklar. Laut Busfahrer hätten die Bayern-München-Fans im Bus versichert, bei den Angreifern habe es sich um Fans des 1. FC Nürnberg gehandelt. Zwischen den Club- und den Bayern-Fans war es 2007 bereits zur einer brutalen Auseinandersetzung gekommen. Damals hatten die Münchner an der Raststätte in Würzburg fünf Club-Fans zum Teil lebensbedrohlich verletzt, eine verlor ein Auge.
Ungewöhnliches Anzeigeverhalten
Polizeisprecher Peter Schnellinger bezeichnete das Anzeigeverhalten angesichts der Schwere des Vorfalls als ungewöhnlich. «Normalerweise ruft man da doch sofort an«, so Schnellinger. Ein Ermittlungsverfahren wurde wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruch eingeleitet. Was der Polizei derzeit noch fehlt sind Augenzeugen.
Nie etwas passiert
Er sei über den Vorfall erst informiert worden als er am Sonntagabend von einer Frankreichreise zurückgekommen sei, so der Chef des Busunternehmens. Daraufhin habe er am nächsten Tag die Polizei verständigt. Den Schaden an seinem Bus beziffert er auf zirka 1000 Euro. Seit einem Jahr chauffiert das Unternehmen regelmäßig die Ultra-Fangruppe Schickeria zu Auswärtsspielen des FC Bayern München. Bislang sei noch nie etwas passiert, so der Firmen-Chef.
http://www.nn-online.de/artike…..amp;kat=27