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FC Schweinfurt 05 -TG Höchberg

BenutzerBeitrag

11:15
16. Oktober 2009


admin

Admin

Beiträge 6348

Fans der TG Höchberg erzählen von Jagdszenen beim Landesliga-Spitzenspiel
Die Geschehnisse rund um das Fußball-Landesliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Schweinfurt 05 und der TG Höchberg (1:3) sorgen für Entsetzen. Nachdem weitere Attacken sogenannter Schweinfurter Fans auf Höchberger Zuschauer bekannt wurden, will die TGH nun den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) einschalten.

„Wir haben uns bedroht gefühlt“, sagt ein Höchberger Anhänger, der aus Furcht vor gewalttätigen Fans lieber nicht mit Namen genannt werden will: „Ich hatte tatsächlich Angst um Leib und Leben. Das ist keine Übertreibung. Diese Form von Gewalt hat mich sehr erschrocken.“ Völlig verängstigt und beunruhigt sei jenes kleine Höchberger Fan-Häuflein gewesen, das während der Begegnung am Samstag fortwährend Attacken und Bedrohungen aus dem Schweinfurter Lager ausgesetzt war.

Zwölf TGH-Anhänger hatten das Stadion auf Anraten des Sicherheitsdienstes bereits eine Viertelstunde vor Schlusspfiff verlassen und waren mit Taxis zum Bahnhof gebraust. „Uns wurde gesagt, man könne nicht mehr für unsere Sicherheit garantieren,“ so der ungenannte Fan. Am Schweinfurter Bahnhof lauerten ihnen trotzdem – das Spiel im Willy-Sachs-Stadion dauerte zu diesem Zeitpunkt noch an – etwa 20 Hooligans auf, das Zugpersonal schloss umgehend die Türen, woraufhin die Rabauken mit Fäusten und Füßen von außen gegen das Zug-Abteil trommelten. Befürchtungen die Hooligans könnten dem Zug bis Würzburg gefolgt sein, bewahrheiteten sich nicht. Die TGH-Fans konnten den Bahnhof unbehelligt verlassen. Im Stadion wurden nach dem Spiel unterdessen jubelnde Höchberger Spieler und Fans bepöbelnd und angegriffen (wir berichteten).

Die Situation war bereits während der Partie eskaliert. Zwei Gäste-Anhänger, mit Fanschals deutlich als Höchberger zu erkennen, sind, nach eigenen Aussagen, während der Halbzeitpause in einer Toilette angegriffen worden. Schweinfurter Fans hätten gleichzeitig von außen die Toilettentüre zu gehalten, damit die Angegriffenen nicht flüchten konnten. Wohl nur weil zufälligerweise gleichzeitig auch ein Mitglied des privaten Sicherheitsdienstes auf der gleichen Toilette sein Geschäft verrichtete, wurde Schlimmeres verhindert.

In den Gäste-Block, wie vom Leiter des Schweinfurter Ordnungsdienstes in unserer gestrigen Ausgabe gefordert, hätten sich die Höchberger indes zu Spielbeginn gar nicht begeben können. Denn – wie auch die Schweinfurter Polizei bestätigt – war der Gäste-Bereich im Willy-Sachs-Stadion am Samstag nicht geöffnet. Schließlich wäre die Bewirtschaftung dieses Bereichs für die Hausherren mit Kosten verbunden gewesen. „Der Gäste-Eingang war geschlossen. Wir haben deshalb vor dem Spiel eine Ehrenrunde um das Stadion gedreht und uns dann auf den Rängen einfach einen Platz gesucht“, erzählt ein Höchberger Fan.

Erst als Beschimpfungen und Drohungen überhand nahmen, wurde jener Teil der Gäste-Anhänger, der anfangs durch ein (im Schweinfurter Stadion erlaubtes) Megaphon verstärkt ihr Team anfeuerte, vom Ordnungsdienst in den zwar umzäunten, an den Eingängen aber unbewachten Gästebereich geführt. „Wir haben lediglich unsere Mannschaft angefeuert, niemanden beleidigt oder provoziert“, beteuert einer der Betroffenen: „Einige Schweinfurter kamen in der zweiten Halbzeit in den Gästeblock und fragten uns: 'Habt Ihr Lust auf eine Schlägerei?' Aber wir wollten doch nur das Spiel sehen.“

„Ein Unding“, nennt Höchbergs Vorsitzender Konrad Harant die Geschehnisse im Willy-Sachs-Stadion. Er will sich in einem Brief an den BFV-Vizepräsidenten Reinhold Baier wenden. Noch freilich gibt es seitens des Verbandes keine Ermittlungen. „Im Schiedsrichter-Bericht ist davon nichts erwähnt“, sagt Landesliga-Spielleiter Christof Hille, der bei der Partie selbst vor Ort war: „Ich kann die Situation schwer einschätzen. Ich weiß nicht inwiefern Schweinfurter Fans provoziert wurden. Sich auf der Gegengerade direkt neben den Heimfans auf der Gegengerade aufzuhalten, war aber sicherlich auch nicht so gut.“

Angesichts der offensichtlich niedrigen Hemmschwelle bei einigen Anhängern hat TGH-Vorsitzender Harant indes schon jetzt „große Bedenken“, ob des Rückspiels im April nächsten Jahres: „Man muss sich ernsthaft überlegen, ob es möglich ist Schweinfurter Fans auszusperren“, so Harant. Auf den Kosten für die zu leistenden Sicherheitsvorkehrungen bleibe die TG Höchberg als Heimverein ohnehin sitzen. „Obwohl die Gefahr sich nicht von unseren Fans ausgeht“, ärgert sich der TGH-Vorsitzende. Letztlich seien aber alle Vereine aufgerufen zu handeln: „Es muss etwas passieren. Wenn man ein Spiel in der sechsten Liga nur noch unter Polizeischutz verfolgen kann, dann geht die Landesliga kaputt.“

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11:17
16. Oktober 2009


admin

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Beiträge 6348

Gäste-Fans nur im Käfig sicher?


Schweinfurter Anhänger pöbeln und Ordnungsdienst fühlt sich nicht zuständig
Das war kein schönes Wochenende im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion. Für die Landesliga-Fußballer des FC 05 nicht, weil sie das Gipfeltreffen in Liga sechs mit 1:3 verloren und nun schon vier Punkte Rückstand auf Platz eins haben. Für ein paar Sympathisanten der TG Höchberg nicht, weil sie ob ihrer Freude von 05-Fans attackiert wurden.

Das Landesliga-Spitzenspiel zwischen dem FC 05 Schweinfurt und der TG Höchberg war längst abgepfiffen. Am Zaun, drüben auf der Gegengeraden diskutierten einige 05-Spieler noch ihren dürftigen Auftritt mit den Fans. 20, 30 Meter weiter rechts, Richtung Marathontor feierten die Höchberger Kicker ihren 3:1-Sieg. Eine Handvoll Zuschauer, deren Erscheinungsbild sie nach außen hin nicht als Sympathisanten der TGH auswies, kam an den Zaun, beglückwünschte die Mannschaft. Das war offenbar Anlass genug für einige sogenannte Schweinfurter Fans, herbei zu eilen, Gäste-Spieler anzupöbeln, mit einem Schirm nach ihnen zu schlagen. Eine Höchberger Zuschauerin wollte schlichten, es wurde versucht, ihr gewaltsam den Schirm zu entreißen. Erst das Einschreiten des 05-Spielers Sebastian Kress beruhigte die Szene.

Da stellt sich die Frage, warum kein Ordnungsdienst zur Stelle war. FC-05-Ordnungsdienstleiter Detlev Kuhn weist darauf hin, dass sein Personal wie üblich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Stadion-Innenraum weilte. Er selbst hatte vom Haupttribünen-Vorplatz aus die Höchberger Spieler lautstark aufgefordert, „weg von unseren Fans“ zu gehen. Diese passive Form der Ordnungswahrung rechtfertigte er am Montag gegenüber dieser Zeitung: „Wir hatten alle Höchberger Zuschauer aufgefordert, in den Gästeblock zu gehen. Sie wollten ja nicht. Ein Gast muss der Aufforderung des Vereins folgen, sonst ist er selbst schuld. Auf der Gegengerade befindet sich nun mal der Abmarschweg unserer Fans. Da kann es sein, dass es zu Konflikten kommt. Und warum müssen die Höchberger Spieler da drüben feiern. Hätten sie vorm Gästeblock gefeiert, wäre nix passiert. In der Bundesliga kann ich mich auch nicht hinsetzen, wo ich will.“

„Jeder Gast gehört geschützt“

Rudolf Löhnert, stellvertretender Vorsitzende des FC 05 Schweinfurt

Kurzum: Schuld seien die Höchberger alleine gewesen. Dass sie gar nicht als Gäste-Fans erkennbar gewesen seien, spiele keine Rolle, so Kuhn: „Es waren gerade zivil gekleidete Fans anderer Mannschaften, mit denen wir im Stadion Probleme hatten.“ Kuhn lebt dabei offenbar noch in der Zeit, als Hooligans großer Klubs wie Erfurt, Mannheim oder Frankfurt in Schweinfurt eingefallen waren. Beinahe wie Hooligans behandelt wurde eine weitere Handvoll TG-Anhänger, übrigens Spieler der dritten Mannschaft. Sie wurden während der Partie vom Sicherheitspersonal in den Gäste-„Käfig“, einen besonders gesicherten Bereich in der Kurve, geleitet.

Rudolf Löhnert, stellvertretender Vorsitzender des FC 05, reagierte entsetzt über den Vorfall und die Reaktionen seines Ordnungsdienstleiters: „Das kann man nicht so stehen lassen, das ist nicht unsere Linie. Jeder Gast gehört geschützt! Darüber werden wir sprechen.“ Für die Zukunft kündigte Löhnert Veränderungen an. So werden Mitglieder des Ordnungs- oder Sicherheitsdienstes im Bereich der Gegengerade bleiben, bis der letzte 05-Fan das Stadion verlassen hat.

Außerdem werden keine Mitglieder des harten Anhänger-Kerns Zugang zur Haupttribüne mehr erhalten. Gegen Höchberg war eine größere Gruppe unter dem Dach gestanden. „Das war ein Versuch, der sich aus dem Fan-Stammtisch ergeben hatte. Es sollte der Stimmung dienen“, so Löhnert. Nach dem Spiel gegen Höchberg waren aber auch diese Fans aufgefallen, hatten Bierbecher nach dem gerade interviewten TG-Stürmer Pascal Bloemer geworfen und einen Medienvertreter getroffen.

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