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Jena – Saarbrücken [11.08.10]

BenutzerBeitrag

11:02
12. August 2010


admin

Admin

Beiträge 6348

Polizeieinsatz nach Fußballspiel erforderlich

Fanbus aus Saarbrücken auf der Stadtrodaer Straße von Jenaer Hooligans gestoppt – massiver Polizeieinsatz zum Trennen der Rivalen erforderlich. Der Verkehr auf der Stadtrodaer Straße kam zwischenzeitlich zum Erliegen.

Im Ergebnis des sportlichen Verlaufs des Spiels in der 3. Bundesliga zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem 1. FC Saarbrücken am Mittwochabend, das der Heimatverein mit 0:7 verlor, kam es zunächst durch Jenaer Fans zu Provokationen gegenüber den Gästen aus Saarbrücken, welche mit gleicher Aggressivität erwidert wurden.

Beide Fanlager versuchten, sich nach Spielende im Stadioninnenraum eine Schlägerei zu liefern. Diese konnte durch massiven Einsatz der Ordner des Veranstalters und zusätzliche Polizeikräfte unterbunden werden. Die geflüchteten Jenaer Fans warteten jedoch die Abfahrt eines der Gästebusse ab. Etwa 80 Jenaer Problemfans stürmten auf der Stadtrodaer Straße auf diesen Bus und andere Pkw der Gästefans zu.

Deren Einwirkung und die Saarbrücker Erwiderung des Bestrebens auf eine Kollision beider Gruppierungen erzwangen den Halt des Busses. Die Gästefans drängten massiv auf die Straße und es gelang ihnen, trotz Reizgaseinsatz durch die eingesetzten Kräfte, ihren Bus zu verlassen. Etwa 70 Gästefans lieferten sich mit den Jenaer Rivalen eine Schlägerei. Der Verkehr auf der Stadtrodaer Straße kam zwischenzeitlich zum Erliegen. Nach der Trennung beider Gruppierungen mittels Stock- und Reizgaseinsatz wurden die Rivalen vorerst räumlich getrennt, bis die Gäste dank der Hilfe des Jenaer Nahverkehrs und polizeilicher Begleitung an einen gesicherten Ort gebracht werden konnten. Außerhalb Jenas bestiegen die Gästefans wieder ihren eigenen Bus, der nach dem Reizgaseinsatz erst hatte gelüftet werden müssen, und setzten ihre Fahrt in Richtung Saarbrücken ohne weitere Zwischenfälle fort.

Im Ergebnis nimmt die PI Jena Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs auf. Die Ermittlungen richten sich vorläufig gegen Unbekannt. Gegen drei namentlich bekannte Tatverdächtige aus den Reihen der Jenaer Fans richtet sich ein Verfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Sie hatten noch während des Spiels mit Steinen geworfen, ihre Gegner jedoch nicht treffen können. Diese drei Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Während der Trennung der Fangruppen wurden drei Beamte leicht verletzt; über Verletzte innerhalb der Fangruppierungen oder Beschädigungen an Fahrzeugen liegen bislang keine Informationen vor.

Text: PI Jena

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21:39
12. August 2010


admin

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Beiträge 6348

Jena will Aufklärung

Nach der Massenschlägerei beim Drittliga-Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken hat der FC Carl Zeiss Jena für den 13. August eine Krisensitzung mit der Polizei und dem Fanprojekt angekündigt.

«Dort sollen die Vorfälle besprochen und ausgewertet werden. Vorher werden wir keine Auskunft geben», sagte Jenas Sprecher Andreas Trautmann. Tags zuvor hatten sich nach der 0:7-Niederlage Jenas rund 150 Anhänger beider Vereine eine Schlägerei geliefert.

Nach Angaben der Polizei stürmten etwa 80 Jenaer Anhänger außerhalb des Stadions auf einen Bus und Autos der Gästezuschauer zu. Die Saarbrücker drängten ihrerseits aus dem Bus auf die Straße, 70 von ihnen prügelten sich mit den Angreifern. Mit Stöcken und Reizgas konnte die Polizei die Gruppierungen voneinander trennen. Bereits direkt nach Schlusspfiff hatten beide Lager im Stadioninnenraum eine Auseinandersetzung anzetteln wollen, dies hatten Ordner und Einsatzkräfte zunächst noch verhindert.

Drei Tatverdächtige aus den Jenaer Reihen wurden in Gewahrsam genommen, gegen sie wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sie hatten während des Spiels mit Steinen geworfen, die gegnerischen Fans jedoch nicht getroffen. Zudem wurden Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs gegen unbekannt aufgenommen. Bei dem Einsatz wurden drei Beamte leicht verletzt.

Da die Vorfälle vorwiegend außerhalb des Stadions stattfanden, rechnet der Verein nicht mit Sanktionen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Fußballvereine sind «generell für das, was außerhalb des Stadions passiert, nicht zur Verantwortung zu ziehen», sagte Trautmann dem Radiosender «Antenne Thüringen». Der Verein sei nur für die Sicherheit innerhalb des Stadions zuständig und da auch haftbar zu machen. Was außerhalb passiere, sei zumindest nach der DFB-Sportgerichtsbarkeit nicht relevant, erklärte Trautmann.
http://www.weltfussball.de/new…..fklaerung/

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16:00
15. August 2010


admin

Admin

Beiträge 6348

Saarbrücken: "Es gab keine Massenschlägerei in Jena!"

Über die Gewalttätigkeiten nach dem Drittliga-Spiel Carl Zeiss Jena gegen 1. FC Saarbrücken gibt es naturgemäß sehr unterschiedliche Sichtweisen. Saarbrückens Fanprojektleiter Jörg Rodenbüsch jedenfalls besteht darauf, dass es keine Massenschlägerei gegeben hat. Im Interview mit dem MDR sagte der 44-Jährige, dass der angegriffene Gäste-Fanbus – in dem er selbst mit saß – von wesentlich mehr Jenaern attackiert worden sei als behauptet und die Polizei eigentlich eine sichere Abfahrt garantiert habe.

Jenaer Fans hatten nach dem Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken einen abreisenden Gäste-Fanbus angegriffen. Wieviel Anteil hatten FCS-Fans an der folgenden Massenschlägerei?

Jörg Rodenbüsch: Es gab keine Massenschlägerei! Darauf lege ich großen Wert, denn ein solches Märchen kann sehr negative Folgen haben. Jedenfalls wurde unser Bus an einer engen Stelle angegriffen, die ich schon vorher als schwierig angesehen hatte. Am Haupteingang empfingen uns mindestens 100 Leute mit Steinen, an der Stadtrodaer Straße standen noch mehr Leute. Dort war der Steinhagel noch schlimmer.

Die Polizei sprach von 80 Angreifern …

Nein, nein. Es waren viel mehr. Das war eine echte Hausnummer. Jedenfalls ging hier eine Fensterscheibe zu Bruch. Unser Busfahrer hielt an, weil er nur das Geräusch gehört hatte und nicht wusste, was passiert war. Er hatte sogar Angst, jemanden überfahren zu haben. Im Bus war helle Aufregung. Als die Tür aufging, wurde von der Polizei Reizgas hineingesprüht.

Nochmal: Jenaer haben die Scheiben des Busses eingeschlagen, und die Polizei hat daraufhin Reizgas hineingesprüht?

Ja, wobei ich mir die Motivation des Beamten ganz gut vorstellen kann. Hinter ihm geht die Tür des Busses auf – da dreht er sich um und will die Leute mit Reizgas zurückdrängen. Sinnvoll war es natürlich trotzdem nicht.

Die Saarbrücker sind dann aus dem Bus gestürmt. Was ist dann passiert?

Im Bus hatte sich durch das Reizgas erst recht Panik breit gemacht. Einige mussten sich übergeben und hatten Erstickungsnot. Alle wollten nur noch raus aus dem Bus, egal was einen dort erwartet. Draußen hatte die Polizei aber inzwischen den Bus abgesperrt. Zu einem direkten Kontakt mit Jenaer Fans kam es nicht. Von einer Massenschlägerei kann man gleich gar nicht sprechen. Übrigens wurde einer unserer Fans mit einer Flasche getroffen. Die Diagnose lautete "Anriss des Kehlkopfes". Das hätte ganz übel ausgehen können.

Wie war eigentlich vorher die Stimmung im Stadion? Wann ist die Ihres Erachtens gekippt?

Durch den Spielverlauf war die emotionale Lage bei den Jenaer Fans entsprechend schlecht. Meines Erachtens hat sich die Mannschaft abschlachten lassen. Für die Fanseele ist das nur schwer zu ertragen. Dazu kam dann eine gewisse Gruppendynamik.

Haben Sie mit derartigen Ereignissen wie am Mittwochabend zumindest ansatzweise gerechnet?

Nein, ich bin schon fast 20 Jahre in dem Geschäft und war schon einige Male in Jena. Bislang waren die Spiele eher von einer gewissen Herzlichkeit geprägt. Aber dass die Abreise schwierig werden könnte, war schon vor dem Spiel klar. Deswegen wurde das extra geklärt: Die Abreise sollte erst erfolgen, wenn der Weg frei und sicher ist, also wenn keine Jenaer Fans mehr da sind.

Saarbrücker Fans haben aber im Spiel, als es quasi entschieden war, mit Sprechchören provoziert …

Keine Frage, aber das war wechselseitig. Selbst die Flaschen- und Steinwürfe – da wurden ja drei Jenaer Fans festgenommen – hielten sich im Rahmen. Dass die Situation so eskalieren würde, war da nicht abzusehen.

Wer ist Ihrer Meinung nach für das Ganze verantwortlich? Der FC Carl Zeiss Jena oder die Polizei?

Das ist schwer zu beurteilen. Ich weiß nicht, wer für den Streckenabschnitt wie verantwortlich ist. Aber der Einsatzleiter der Polizei hat mir eindeutig erklärt, dass die Abreise abgesichert wird. Das ist definitiv nicht geschehen. Als der Steinhagel begann, habe ich drei oder vier Polizisten gesehen.

Wann machen Sie einen Haken hinter den Vorkommnissen?

Erstmal nicht, denn diese Falschmeldungen mit der Massenschlägerei haben ihre Folgen. Am kommenden Freitag fahren wir schließlich zu Dynamo Dresden. Für deren Fans gelten wir jetzt als Prügelknaben. Und die Polizisten dort erwarten jetzt Gästefans, die angeblich jederzeit gewaltbereit sind und auf jede Provokation mit Gewalt regieren. Dadurch werden wir nun erst recht als "Gefahrengut" behandelt. Die Gefahr einer Eskalation bei brenzligen Szenen ist dadurch noch größer geworden. Diese Art von Mär- und Legendenbildung ist sehr gefährlich.
http://www.mdr.de/sport/fussba…..73266.html

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