Einsatz der Bundespolizei anlässlich der Fußballbegegnung Waldhof Mannheim gegen1. FC Saarbrücken
Gemeinsame Pressemitteilung der Bundespolizeidirektionen Stuttgart und Koblenz anlässlich der Fußballbegegnung Regionalliga West SV Waldhof Mannheim vs. 1. FC Saarbrücken
Die Bundespolizeidirektionen Stuttgart und Koblenz blicken auf einen erfolgreichen Einsatz anlässlich der Fußballbegegnung Mannheim – Saarbrücken zurück. Die im Vorfeld als “Problemspiel” eingestufte Begegnung wurde durch die Bundespolizeidirektionen Stuttgart und Koblenz unter gemeinsamer Führung – einem bundesweiten Novum – von Mannheim aus bewältigt. Das Hauptaugenmerk der Bundespolizei war es, die ungestörte Anreise friedlicher Fußballfans zu sichern und Beeinträchtigungen aller Reisenden der Deutschen Bahn AG durch gewaltbereite Fußballfans bereits im Ansatz zu verhindern. Der Einsatzleiter der Bundespolizei, Polizeidirektor Ralf Frohn, zeigte sich mit dem Einsatzverlauf voll zufrieden: “Wir haben unser Ziel erreicht!” Auch nach dem Spiel konnte dank dieses Einsatzkonzeptes, der hohen Präsenz von Polizeikräften an den Bahnhöfen in Mannheim und Saarbrücken sowie des genutzten Entlastungszuges eine störungsfreie Heimfahrt der Fußballfans gewährleistet werden. Das Konzept war im Vorfeld mit der Landespolizei abgestimmt worden, die die Fans am Mannheimer Bahnhof in Empfang nahm und dort nach dem Spiel auch wieder an die Bundespolizei übergab.
Durch die Bundespolizisten wurden keine nennenswerten Störungen oder Straftaten auf dem Gebiet der Bahnanlagen festgestellt. Fankontaktbeamte der Bundespolizei stellten bei der Anreise einen Fan aus Saarbrücken fest, gegen den ein bundesweites Stadionverbot bestand – er trat daher sofort wieder die Heimreise an.
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Großeinsatz verhindert Randale
Bei einem der größten Polizeieinsätze in Mannheim in den vergangenen Jahrzehnten verhinderten gestern rund tausend Beamte mit massiver Präsenz die befürchteten Ausschreitungen am Rande des Fußballspiels des SV Waldhof gegen die Elf aus Saarbrücken. Fünf “Fans” wurden festgenommen, darunter zwei Personen, die man als Akteure der gewalttätigen Auseinandersetzungen vor eineinhalb Wochen erkannte.
Um die Mittagszeit gleicht der Hauptbahnhof einem Heerlager. Die Bundespolizei ordnete eine “bundesweite Zusammenziehung” an, wie es heißt, Beamte aus Bayern ebenso wie aus Bad Bergzabern sind da. 100 Polizisten fahren mit in dem Sonderzug aus Saarbrücken mit 500 Fans, der um 12 Uhr ankommt, darüber knattern zwei “Puma-Transporthubschrauber, in denen je 19 voll ausgerüstete Beamte sitzen, die später in Neuostheim landen.
“Eingeschlossen begleitet”
Am Bahnhof gilt, wie später überall: Uniformierte mit Helm und Schlagstock sind so zahlreich und eng postiert, dass Waldhöfer und Saarbrücken-Anhänger sich ja nicht begegnen. Die Gäste müssen vom Bahnhof zu Fuß zum Stadion laufen. “Bewegungstherapie”, lästern Polizisten: “Dann sind sie müde.” Der 500 Personen starke Pulk wird entlang der Reichskanzler-Müller-Straße bis zur Theodor-Heuss-Anlage, wie es im Polizeideutsch heißt, “eingeschlossen begleitet” – sprich Beamte zu Fuß, Polizeireiter, Mannschaftstransporter und Rettungswagen kreisen sie komplett ein, eskortieren sie eine Stunde ins Stadion.
Davor stehen lange Kolonnen von grün-weißen und blau-weißen Gruppenkraftwagen, Stoßstange an Stoßstange. Wie zahlreiche Passanten ist Stadtpark-Geschäftsführer Joachim Költzsch entsetzt: “Das wirkt schon sehr massiv”, bedauert er: “Das passt doch nicht zu einem Sonntagnachmittag, wenn Familien in den Park gehen, sondern schreckt unsere Besucher ab”.
Am Ende des Spiels wird gar die Theodor-Heuss-Anlage komplett für den Verkehr gesperrt, um die verfeindeten Fan-Lager strikt zu trennen: Die Polizisten stellen Gitter auf, bilden – mit Helm und Schlagstock – enge Ketten. Polizeihunde bellen, springen bei jeder Bewegung auf. Reiter beobachten von oben die Situation, in Zivil sieht man die “szenekundigen Beamten”, die nach den ihnen bekannten gewaltbereiten “Fans” ebenso Ausschau halten wie Angehörige des Staatsschutzes, die nach Neonazis fahnden, die sich in Hooligankreisen bewegen.
Vergitterte Wagen wirken
Ein beliebter Treff, wo es sonst oft zu Rangeleien kommt, ist geschlossen: eine Kneipe direkt neben dem Stadion, die Waldhof-Trainer Walter Pradt betreibt. Der bekundet auf zwei handschriftlichen Plakaten aber wenig Verständnis für die Verfügung der Polizei, sondern bedauert, dass seine Gäste als “potenzielle Problemfans” und “Sammelbecken für negatives Zuschauerpotential” ausgemacht wurden – was Kopfschütteln bei den Beamten auslöst. Dafür sammeln sich plötzlich Waldhof-Anhänger vor dem Verwaltungsgerichtshof: Sofort brausen Polizeikräfte dorthin, bringen gleich zwei vergitterte Gefangenentransporter mit – das wirkt. “Platzverweise geben, dann konsequent abräumen”, so per Funk die Anordnung, sollten sich irgendwo Gruppen zusammenrotten, um zu provozieren.
Reibungslos können daher die Saarbrücker Gäste in Straßenbahn-Sonderzüge gebracht, zum Hauptbahnhof eskortiert und da zum Sonderzug auf Gleis 1 geleitet werden. Als auf dem Bahnhofsvorplatz betrunkene Waldhof-Anhänger provozierend grölen, gehen sofort speziell trainierte Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten dazwischen.
Jetzt stehen die langen Fahrzeugkolonnen vor dem Busbahnhof. Erleichtert ziehen da Beamten der Bereitschaftspolizei aus Lahr die sieben Kilo schwere Schlagschutzausrüstung aus Schutzweste, Schulter-, Ellenbogen- und Schienbeinpolster aus, ehe sie zur langen Heimfahrt starten. “Es hat diesmal hervorragend geklappt”, freut sich Polizeidirektor Ralf Leyens von der Bundespolizei: “Wir wollten und mussten mal ein Zeichen setzen”, erklärt er die starke Präsenz. “Wir können das aber nicht jedes Mal machen”, seufzt der Mannheimer Polizeidirektor Dieter Schäfer abends in L 6. Doch diesmal habe sich “sehr konsequentes Auftreten wirklich ausgezahlt”: “Ich bin sehr zufrieden”.
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