Überfälle auf Fußballer und Fans trüben Derby-Bilanz
Mehrere Übergriffe auf Fußballfans und einen Spieler der Kreisklasse-Mannschaft BSG Chemie Leipzig haben die weitgehend friedliche Bilanz des Lokalderbys FC Sachsen gegen den 1.FC Lok Leipzig getrübt.
So wurden am Rande des Fan-Frühstücks des FC Sachsen mehrere Anhänger des Vereins Opfer von gegnerischen Attacken. Beim eigentlichen Frühstück am Kunze-Sportpark sei dank der Polizeipräsenz alles ruhig geblieben, berichtet einer der Organisatoren. Bei einem privaten Treff in einer Kneipe am Leutzscher Rathaus dagegen seien mehrere Grün-Weiße von mutmaßlichen Lok-Fans überfallen worden. Die Polizei berichtet in dem Zusammenhang zwar von mehreren Fans der Blau-Gelben, die durch Einsatzkräfte kontrolliert werden mussten, von Übergriffen sei aber nichts bekannt.
Ebenfalls noch vor dem Anpfiff im Zentralstadion wurde am Sonntagvormittag ein Akteur der BSG Chemie Leipzig auf dem Weg zum Auswärtsspiel seiner Mannschaft beim KSC Leipzig II überfallen. Das teilte der Verein am Montag mit. Fanbeauftragter Remo Hoffmann berichtet, dass Spieler Marco Blanc mit der Straßenbahn zum Spiel unterwegs war. In Gohlis sei er dann einer Gruppe von etwa 20 bis 25 Personen aufgefallen, die ihn an Hand seiner Trainingskleidung als BSG-Spieler identifizieren konnten. Die Männer seien in die Straßenbahn gestürmt und hätten begonnen, den Spieler zu verprügeln, berichtet Hoffmann unter Berufung auf den Geschädigten. Anschließend seien die Unbekannten mit der Sporttasche geflohen. Diese wurde am Abend leer vor der Haustür des Spielers abgestellt.
Die Täter trugen bei dem Überfall keine Vereinsfarben, der Spieler selbst vermutet aber, dass die Männer aus dem Umfeld von Lok Leipzig kommen. Dafür spreche laut Hoffmann auch, dass beim Oberliga-Derby ein grün-weißes Trikot sowie mehrere Leutzscher Fan-Utensilien im Lok-Block hingen. Ob es sich dabei aber tatsächlich um die gestohlene Kleidung handelt, konnte nicht bestätigt werden. "Dem Spieler geht es soweit gut", sagte der Fanbeauftragte. Beim Spiel der BSG Chemie am Nachmittag, das 3:1 ausging, habe er bereits wieder auflaufen können.
Am Sonntagabend wurden in Markranstädt mehrere Fans von Lok Leipzig Opfer eines Überfalls. Wie die Polizeidirektion Westsachsen mitteilte, hatten sich die 15 bis 20 Vereinsanhänger vor einem Supermarkt versammelt und Bier getrunken, als etwa 20 vermummte Unbekannte auf die Gruppe zustürmten und auf die Fans einprügelte. Dabei wurden laut Polizei zwei Frauen sowie ein Mann leicht verletzt. Außerdem wurden an zwei Autos die Scheiben eingeschlagen. Ob der Überfall in Zusammenhang mit dem Spiel steht, konnte die Polizei nicht bestätigen.
Auch in Delitzsch gab es am Sonntag Ärger mit Fußballfans. Drei deutsch/türkische Personen wurden ausländerfeindlich beleidigt und beschimpft. Ein 17-Jähriger, der schlichten wollte, wurde von den Fußballanhängern geschlagen und erlitt eine Nasenfraktur. Die Ermittlungen in dem Fall dauern laut Polizidirektion Westsachsen an.
In Leipzig blieb es dagegen am Abend ruhig. Direkt nach dem Spiel hatten Lok-Anhänger sowohl Polizeibeamte als auch Fans des FCS provoziert und in der Stadt Müllcontainer angezündet. Größere Auseinandersetzungen seien aber verhindert worden, so die Polizei. Fünf Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Weitere Vorkommnisse habe es in Leipzig nicht gegeben.
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