Londoner Derby von Ausschreitungen überschattet
Das brisante Londoner Derby im Carling Cup zwischen West Ham United und dem FC Millwall ist von mehrstündigen Hooligan-Ausschreitungen überschattet worden. Bei der Randale in und um den Upton Park herum waren Hunderte Fans beteiligt, ein 44-Jähriger wurde niedergestochen, befindet sich aber ausser Lebensgefahr.
Es habe sich um "geplante" Ausschreitungen gehandelt, bei der auch Flaschen und Steine gegen Polizisten flogen. Im Stadion hatten Fans von West Ham mehrfach das Spielfeld gestürmt, unter anderem auch, nachdem ihr Team in der Verlängerung in Führung gegangen war. Beide Mannschaften verliessen zunächst das Feld, kehrten aber später zurück und führten das Spiel zu Ende, West Ham gewann mit 3:1.
Auch nach dem Schlusspfiff stürmten Anhänger der Hammers auf das Feld, bedrohten Ordner und suchten die Konfrontation mit den gegnerischen Fans. Ein Fan sagte dem Sender BBC es sei die schlimmste Hooligan-Randale seit 30 Jahren gewesen. Über 200 Beamte und 20 berittene Polizisten hatten nach dem Spiel für einen halbwegs geordneten Abgang zur U-Bahn gesorgt, insgesamt wurden nach Medienberichten zehn Leute festgenommen.
Nicht nur der englische Fussballverband FA hat derweil Untersuchungen zu den Vorfällen angekündigt. Derzeit sichtet die Polizei das Material von Überwachungskameras rund um das Stadion, um unter anderem den Messerstecher zu identifizieren. Die FA, die in der Aufklärung sowohl mit der Polizei, als auch West Ham und Millwall zusammenarbeitet, hat beide Clubs derweil dazu aufgerufen, identifizierte Schuldige für immer aus den Stadien zu verbannen.
Geschockt zeigte sich auch Hammers-Trainer Gianfranco Zola, der so etwas in seiner Zeit in England noch nicht erlebt hatte. "Ich hab hier lange gespielt und sowas noch nicht gesehen", so der Italiener gegenüber dem Independent. "Das ist nicht gut für den Fussball." Sein Gegenüber Jenny Jackett macht dagegen klar, dass es keine Millwall-Fans waren, die auf das Feld gerannt waren, zeigte sich aber auch geschockt von der Messerstecherei: "Wir sind passionierte Fussballfans in diesem Land. Aber wenn man es übertreibt damit, muss etwas getan werden", zitierte der Independent den Lions-Coach.
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