Sonntag, 17.27 Uhr: Die Mannschaften aus Dortmund und Bochum laufen in den Signal Iduna Park ein. Blicke von 72 500 Fußball-Fans richten sich auf den Rasen. Das Spiel hat noch gar nicht begonnen, da treten die Bochumer Ultras auf den Plan.
Nach der Präsentation eines überdimensionalen Trikots mit der Aufschrift „Anti DO" feuern einige Unbelehrbare mehrere Leuchtraketen auf das Spielfeld. Nur wenige Meter, und VfL-Angreifer Joel Epallé, der gerade mit einem Kind an der Hand zum Mittelkreis marschiert, wäre getroffen worden.
„Lasst den Schwachsinn“, forderte Stadionsprecher Norbert Dickel – vergeblich. „Falls die Polizei die Täter ausfindig machen wird, sprechen wir umgehend ein Stadionverbot aus“, erklärte BVB-Pressesprecher Josef Schneck. Allerdings konnten die Ermittler bislang keinen Erfolg vermelden.
Dabei sind die Wege, auf denen die Ultras ihre explosive Mischung ins Stadion schmuggeln, nicht selten unkoventionell. „Vor Jahren hatten wir einen Fall, in dem ein Fan die Pyrotechnik in einem Butterbrot versteckt hat“, erzählt Schneck. Ein weiteres Problem: Viele Fans kommen erst kurz vor dem Anpfiff ins Stadion und setzen die Ordnungskräfte damit – wenn auch ungewollt – unter Druck. Darunter leidet zwangsläufig die Qualität der Kontrollen.
Kritik von Seiten des BVB hört man aus Schnecks Mund nicht: „Der VfL ist ein grundsolider Verein. 99,9 Prozent der Fans wollen einfach nur Fußball sehen. Einige Quertreiber gibt es in jedem Klub.“ Allerdings sind die Bochumer in puncto Ausschreitungen vorbelastet.
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