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Kampfzone Fußballarena: Fan-Projekte halten gegen

BenutzerBeitrag

16:34
12. Mai 2009


admin

Admin

Beiträge 6348

Sie können feiern, und zwar ganz schön laut. Und sie können Angst machen, vor allem, wenn ihnen der Gegner nicht passt. Die meisten Fußball-Fans sind friedlich, doch einige sind unberechenbar.

In Deutschland allerdings müssen die Zuschauer im Fußballstadion heute nicht mehr so viel Angst vor Hooligans haben als noch vor 20 Jahren, meint Heino Hassler vom Fan-Projekt Nürnberg: «Die Gewaltbereitschaft ist eindeutig zurückgegangen. Deutschland ist schon fast vorbildlich.» Hassler war dabei, als vor 20 Jahren in Nürnberg eines der deutschlandweit ersten Projekte gegen Gewalt unter Fußballfans gegründet wurde. Nürnberg war Vorbild und trug dazu bei, dass die Gewaltvorbeugung bundesweit organisiert wurde.

«Nürnberg war damals eine Hochburg der Hooligan-Szene», erinnerte sich Hassler zum Jubiläum. «Die Gewalt war direkt im Stadionumfeld.» Nur die Kölner und die Schalke-Fans seien genauso schlimm gewesen. Die Stadt musste handeln – und gab 1989 ein Gutachten in Auftrag. Die Soziologen schlugen vor, eine Vermittlungs- und Anlaufstelle zu gründen, die Fans, Polizei und Fußballclub zusammenführt. Das heutige Fan-Projekt war geboren, finanziert vom Land Bayern, der Stadt und dem Deutschen Fußball-Bund. 1991 kam die bundesweite Initiative gegen Gewalt im Stadion ins Rollen. Heute gibt es laut Hassler mehr als 40 Projekte in ganz Deutschland.

«Die Fanszene hat sich in den letzten zwanzig Jahren immer wieder verändert», sagt Andrea Koydl, die als Sozialpädagogin gemeinsam mit Hassler die Fans des 1. FC Nürnberg betreut, die nicht in einem eigenen Fanclub organisiert sind. Die Hooligan-Szene sei geschrumpft. Derzeit dominierten neben den «normalen Fans» in Deutschland die sogenannten Ultras.

Im Stadion fallen die Ultras durch ihre Gesänge, Transparente und ganze Choreographien auf. «Für diese jungen Leute ist Fußball das Leben. Fußball findet die ganze Woche über statt», sagt Koydl. Mittlerweile allerdings gibt es Probleme: «Wir können unter den Ultras zunehmend Gewaltbereitschaft feststellen.» In Nürnberg zählt das Fan-Projekt bis zu 2000 Ultras, die bei jedem Heim- und Auswärtsspiel betreut werden.

Um Gewalt zu verhindern, müssen Hassler und Koydl in ständigem Kontakt mit den Fans stehen und ihr Vertrauen gewinnen. Hassler erzählt, dass er als junger Mann früher selber «in der Szene» war, was seine Arbeit am Anfang erleichterte. «Im Stadion stehen wir mit im Block, greifen ein, wenn es Konflikte mit Ordnern oder unter den Fans gibt.» Schon vor dem Spiel sprechen sie mit der Polizei, um zu klären, wie die Fans zum Stadion geleitet werden oder wo die Busse parken. Gibt es Stadionverbote, sprechen sie mit dem jeweiligen Verein und dem Fan und versuchen, Lösungen zu finden.

Besonders wichtig ist die Vor- und Nacharbeit. «Im Stadionbereich selber gibt es heute fast keine Auseinandersetzungen mehr», erläutert Hassler. «Es sind ja überall Kameras, und das weiß jeder.» Die Hooligans etwa verabredeten sich aber an anderen Treffpunkten, um nach dem Spiel aufeinander loszugehen.

In Zukunft will das Nürnberger Fan-Projekt noch enger mit der Polizei zusammenarbeiten und direkt vor dem Spiel Gespräche im Stadion führen, wie es in München bereits gemacht wird. Allerdings ist auch Vorsicht geboten, denn die Fans sollen nicht denken, die Fan-Betreuer stünden der Polizei zu nahe. Dann nämlich würden sie ihre Hilfe wohl nicht mehr annehmen, meint Koydl: «Die Fans müssen denken: Wir haben da jemanden, der unsere Interessen vertritt.»
http://www.ftd.de/sport/fussba…..12760.html

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