Fünf Fans des KFC sind mit Stadionverboten von einem bis fünf Jahren bestraft worden. Für die Krefelder Polizei ist dies nicht genug: Sie hatte dem Verein sogar eine Liste mit 18 Kandidaten überreicht. "Wir sind enttäuscht."
Die Hinweise kamen von szenekundigen Polizisten. Sie überreichten den Verantwortlichen des KFC Uerdingen vor wenigen Wochen eine Liste mit 18 Namen von Fußballfans des Clubs und empfahlen, diesen jungen Männern ein Stadionverbot zu erteilen. Grund: Die Jugendlichen, 16 bis 18 Jahre alt, seien verschiedentlich polizeilich auffällig geworden. Der KFC hat reagiert, allerdings längst nicht so drastisch, wie dies die Polizei empfohlen hatte. Nur fünf Strafen wurden ausgesprochen.
"Wir sind enttäuscht. Wenn wir Empfehlungen für Stadionverbote aussprechen, tun wir das nicht auf Verdacht. Das müssen die Vereine akzeptieren", sagt Dietmar Greger, Sprecher der Polizei.
"Die kommen nicht mehr rein"
Beim KFC sieht man sich als Anwalt der Fans: "Auch bei Fußballfans sollte man zunächst die Unschuldsvermutung gelten lassen", sagt der Fan-Beauftragte Klaus Becker, der die 18 Kandidaten zunächst ins Büro vorlud; eine beim KFC einmalige Aktion. Becker sagt: "Wir sind nicht so wie der KEV, wenn dort die Verantwortlichen einen Brief von der Polizei mit Namen bekommen, sprechen die direkt drastische Strafen aus."
Bei drei Fans war die Sachlage allerdings zu eindeutig, zwei andere kamen nicht zur Vorladung. Stadionverbote von einem bis zu fünf Jahren wurden verhängt. Becker: "Polizei und Ordnungsdienst kennen die Gesichter, die kommen hier nicht mehr rein." Für die übrigen 13 Fans schloss er Gefährdungen aus. Sie dürfen weiter kommen, obwohl die Polizei vor diesen Fans gewarnt hatte.
Das Gewaltproblem beim KFC wird kleiner, weil der Verein selbst Maßnahmen ergriffen hat. Normalerweise sorgt ein KFC-interner Sicherheitsdienst bei den Heimspielen für Ordnung. Bei besonderen "Risikospielen" kommen allerdings Polizisten aus Krefeld und von der Bundespolizei hinzu. So auch am Wochenende: Rund 120 Polizisten sorgten am Rande des Spiels gegen die Zweite Mannschaft des Wuppertaler SV am Sonntag für Ordnung, 70 davon kamen aus Wuppertal, das macht für jeden der rund 70 WSV-Gästefans einen stadteigenen Polizisten.
Dietmar Greger verteidigt die hohe Polizeipräsenz: "Am Vortag gab es bei einem Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen die Erste Mannschaft von Wuppertal schwere Ausschreitungen. Nach Rücksprache mit Beamten in Wuppertal entschieden wir uns auch in Krefeld für erhöhte Präsenz. Dass am Ende nur so wenige Fans kamen, war nicht vorhersehbar."
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